Meinungen zu einem sozialem Pflichtjahr

Der Vorstand des Kreisseniorenrats im Hohenlohekreis wurde von der HZ um eine Rückmeldung/Stellungnahme zu dem Vorschlag von Marcel Fratzscher gebeten.

Marcel Fratzscher will ein verpflichtendes soziales Jahr für Rentner einführen. Er argumentiert, dass die Last des demografischen Wandels zu stark den jüngeren Generationen aufgebürdet werde. Die Idee hat für Kritik gesorgt.
Der Ökonom Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW, nennt seinen Vorschlag ‚ein Element’ von vielen für dringend notwendige Reformen der Sozialsysteme.
Fratzscher sieht die Notwendigkeit für einen neuen Generationenvertrag und verweist dabei auf den demografischen Wandel. Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen zunehmend das Rentenalter. Es brauche mehr Solidarität der Alten mit den Jungen. Zudem kritisiert er die gesetzliche Rente.

ABER

Sehr viele Senioren engagieren sich bereits freiwillig ehrenamtlich in sozialen Bereichen und unterstützen z.B. junge Familien. Ein verpflichtendes ehrenamtliches Engagement ist dabei nicht hilfreich. Senioren stehen am Ende eines langen Berufslebens. Viele haben zudem über Jahrzehnte bereits ehrenamtlich gearbeitet und machten das auch heute noch, in Vereinen, Hospizen oder in Betreuungsdiensten.
Fratzscher sollte anerkennen, was ältere Menschen in diesem Land leisten, anstatt ihnen das Gefühl zu vermitteln, „dass sie der Gesellschaft auf der Tasche liegen“.